Pistazie

(Pistacia vera)

Eigenschaften des Pistazienbaums

Der Pistazienbaum (Pistacia vera) ist ein langsam wachsender, sommergrüner und besonders langlebiger Obstbaum, der in unserem Klima eine Höhe von 5–8 Metern erreicht. Teils kann er jedoch sehr alt und auch deutlich größer werden.

Bestäubung

Pistazien sind zweihäusig getrennt-geschlechtlich, das heißt: Es gibt männliche und weibliche Bäume. Für eine erfolgreiche Pistazienernte muss mit Hilfe des Windes der Pollen eines männlichen Baumes zu einer weiblichen Blüte gelangen. Ein einzelner Pistazienbaum kann 5 bis 10 weibliche Bäume bestäuben. Die Blütezeit liegt zwischen Ende April und Anfang Mai (ähnlich der Walnussblüte). Pistazienblüten stehen in Rispen, ähnlich wie Weintrauben. 

Standortansprüche

Das kräftige, tiefreichende Wurzelsystem macht den Pistazienbaum besonders trockenheitsresistent, jedoch ist er empfindlich gegenüber Staunässe. Pistazien lieben warmes, trockenes Klima, benötigen aber für den Austrieb nach der Winterruhe 700-1000 Kältestunden unter +7 °C.

Sowohl in der Blütezeit als auch kurz vor der Ernte ist nasskaltes Wetter problematisch: Während der Blüte kann es zu Verrieselung kommen, und kurz vor der Ernte kann eindringendes Wasser durch die seitlich bereits geöffnete Schale zu Schimmelbildung  führen.

Ernte und Ertrag

Hohe Erträge sind erst ab dem 7. Jahr zu erwarten. Unter guten Bedingungen kann man sich jedoch bereits ab dem 2. – 3.  Jahr über die ersten Nüsse freuen.

Weibliche Sorten

KERMAN

Kerman stammt ursprünglich aus dem Iran und zählt heute zu den wichtigsten Sorten im erwerbsmäßigen Pistazienanbau. Die Nüsse sind groß, rund, leuchtend grün und besitzen eine knackige Textur. Ihr Geschmack ist besonders süß und zart.

Kerman ist winterhart bis -15 °C und benötigt viele Kältestunden (über 900 chilling hours), weshalb sie vor allem in Regionen mit ausreichend Winterkälte gedeiht. Die Sorte ist zweihäusig und wird besonders gut von der männlichen Sorte Peter befruchtet. Beliebt ist Kerman vor allem wegen ihrer hohen Erträge: Sie bildet bis zu 25 Nüsse pro Traube.

LARNAKA

Larnaka kommt aus Zypern und eignet sich besonders für Gebiete mit weniger Kältestunden (mindestens 600 chilling hours). Sowohl ihre robuste Blüte als auch die nur mittelstarke natürliche Öffnung der Frucht (Dehiszenz) lassen sie mit Regenwetterbedingungen besser umgehen als andere Sorten. Die Früchte von Larnaka sind mittelgroß, länglich und überzeugen mit ausgezeichnetem Geschmack. In Ländern mit intensivem Pistazienanbau wird sie primär für die industrielle Verarbeitung angebaut. Ihre Schale ist dunkler gefärbt als bei Kerman oder Sirora. Aufgrund des geringeren Kältebedarfs blüht sie früher als viele andere Sorten.

SIRORA

Sirora kommt aus Australien und bringt mittelgroße, länglich bis runde Früchte hervor. In Bezug auf Kältestunden und Nässeverträglichkeit liegt sie zwischen Kerman und Larnaka. Trotzdem zählt sie zu den Pistaziensorten, welche eine sehr große Produktionskapazität unter härteren Bedingungen haben. Im Gegensatz zu Larnaka wird sie sehr gerne als Snack vermarktet. Sirora zeichnet sich durch einen hohen Anteil offener Früchte und einen geringen Anteil leerer Früchte aus. Der Baum wächst kräftiger als Kerman, blüht früher und reift ebenfalls früher.

Männliche Sorten

PETER

Peter ist eine rein männliche Befruchtersorte, die schon in jungen Jahren Trauben mit einer hohen und langandauernden Pollenproduktion ansetzt. Sie wächst kräftiger als die meisten weiblichen Sorten. Je größer die Plantage ist, desto weniger Befruchterbäume pro weibliche Pflanze sind notwendig.